Welchen Stellenwert hat Predictive Maintenance im Anlagenbetrieb?

Lange Zeit fokussierte sich die Industrie rein auf die Herstellung und den Vertrieb von Produkten und Anlagen, wohingegen der Aftersales Markt eher vernachlässigt wurde. Die Möglichkeiten zur Vernetzung von Maschinen und zur Erfassung von Echtzeitdaten haben sich stark vervielfacht, weshalb es Unternehmen jetzt möglich ist, Daten in einem neuen Zusammenhang zu betrachten. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Predictive Maintenance.

Daten sind mittlerweile zu mehr nützlich als nur zum Transportieren von Informationen, um den Betrieb von Anlagen und Maschinen am Laufen zu halten. Daten sind ein kostbares Gut, welches über langfristigen Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Insbesondere die Optimierung der Produktionsqualität, ein nachhaltiger Betrieb von Maschinen und die Umsetzung von Predictive Maintenance rücken in der Industrie immer weiter ins Zentrum – die entsprechenden Daten sind der Kraftstoff, der den gesamten Produktions- und Optimierungsmotor am Laufen hält und Anlagenbetreiber Sekunde für Sekunde mit Echtzeitinformationen und -statistiken Einblicke gewährt, die man sonst nicht hätte.

Was ist Predictive Maintenance und warum ist es so von Bedeutung?

Das Konzept dahinter steckt bereits im Namen. Die Devise lautet: Vorbeugen statt reagieren. Predictive Maintenance definiert also eine vorausschauende Wartung. Dank Mess- und Produktionsdaten von Maschinen und Anlagen können präzise Wartungsinformationen abgeleitet werden. Je genauer die Daten erfasst und je schneller die Daten innerhalb eines digitalen Ökosystems verwertet oder analysiert werden, umso leichter lassen sich weitere Entscheidungen hinsichtlich der Wartungsprozesse treffen.

Richtig eingesetzt reduziert eine Predictive Maintenance Lösung zeit- und kostenintensive Schadensermittlungen, Wartungsabläufe oder ganze Stillstände von Maschinen und Anlagen. Ausfälle können somit vorausschauend behandelt werden. Auch Optimierungspotenziale lassen sich deutlich leichter identifizieren. Eine vorausschauende Instandhaltung verlängert die Lebenszeit von Maschinen und erhöht letztlich den Kundenservice.

Wo steht Predictive Maintenance in der Reihenfolge der Wartungsstrategien?

Derzeit gibt es vier allseits bekannte Wartungsstrategien:

Reactive Maintenance

Eine Wartung wird erst bei einem Ausfall durchgeführt, also wird hier eher passiv auf einen Notstand reagiert – ein unerwünschtes Vorgehen, da man so lange Ausfallzeiten und somit ein Produktionsdefizit riskiert. Die Folgeschäden sind enorm.

Preventive Maintenance

Mit dieser Strategie werden Wartungsintervalle im Voraus fest definiert, sei es monatlich oder jährlich. Obwohl man durch diese Strategie für eine laufende Prüfung und Pflege der Maschinen sorgt, können Potenziale trotzdem nicht richtig ausgeschöpft werden.

Predictive Maintenance

Die eingangs erwähnte Strategie findet sich hier wieder. Hierbei werden Maschinen und Anlagen entsprechend ihrem Zustand gewartet. Die Basis hierfür sind jedoch hochqualitative Daten und ein System, welches diese Daten verarbeitet und aufbereitet.

Prescriptive Maintenance

Hier geht man einen Schritt weiter. Es werden nicht nur Wartungen anhand von Zuständen eingeleitet, sondern es werden automatisierte Vorgänge geschaffen, welche selbständig z.B. Ersatzteilbestellungen durchführen.

Hat Predictive Maintenance eine Zukunft?

Automatisierte Wartungsprozesse werden in der Industrie immer wichtiger. Da die Produktionen immer komplexere Anforderungen erfüllen müssen und da jede Sekunde, in der die Produktion aufgrund von Störungen und Ausfällen stillsteht, buchstäblich Geld verschlingt, müssen Wartungsstrategien unbedingt an den richtigen Stellen optimiert werden.

Predictive Maintenance erfordert durchaus ein gewisses Maß an Datenhaltung und -pflege. Auch ein zentrales System, welches die Daten interpretieren und verarbeiten kann, muss vorhanden sein. Unternehmen stehen jetzt in der Verantwortung, sich ernsthafte Gedanken über ihre Digitalisierungsstrategie zu machen, da letzten Endes alle produktionsorientierten Optimierungen stark von der Digitalisierung abhängen. Kein Unternehmen, welches langfristig am Markt bestehen will, kann sich eine passive Herangehensweise leisten. Andererseits sind fortgeschrittene Strategien wie Prescriptive Maintenance zwar der Idealfall, aber für zahlreiche Unternehmen noch nicht realisierbar. Predictive Maintenance jedoch lässt sich noch deutlich “einfacher” umsetzen, weshalb dies zu einer idealen Möglichkeit wird, die eigene Produktionsstätte aufzuwerten.


Über KENEXOS®

Mit der Kreutzpointner Business Software GmbH (kurz KBS) setzt Kreutzpointner einen bedeutenden Meilenstein in der technischen Entwicklung der gesamten Unternehmensgruppe. Die Kreutzpointner Business Software GmbH konzentriert sich mit eigenständigem Geschäftsmodell auf die speziellen Anforderungen und digitalen Bedürfnisse von Industriekunden. Der operative Start ist im Oktober 2020 erfolgt.

Die KBS bietet mit KENEXOS® Unternehmenskunden eine individuell erweiterbare Applikationsplattform mit eigenen Softwareprodukten und ist fokussiert auf die Umsetzung von industriellen Anwendungen. KENEXOS® bietet eine moderne Web-Technologie für den Zugriff über verschiedenste Endgeräte und ermöglicht eine Integration mit vorhandenen Systemen via API-Schnittstelle. Zu den Standardmodulen gehören beispielsweise eine Baustellendokumentation, Aufgaben- und Ticketerfassung, Anlagenverwaltung und -wartung und viele mehr. Die Applikationsplattform steht sowohl für eine Inhouse-Installation  (On-Premise) oder als Cloud-Lösung (SaaS) zur Verfügung.

Die Ideen und die technische Basis für die Kreutzpointner Business Software GmbH wurden im Rahmen des unternehmensweiten „Research & Development“-Prozesses in den letzten Jahren erfolgreich entwickelt. Ergänzend zum Geschäftsbereich IT-Systeme rundet die neue Digitaleinheit das große Portfolio von Kreutzpointner ideal ab.