Passivhaus, Nullenergiehaus, Plusenergiehaus – Energiestandards kurz erklärt

Energieeffizientes Bauen von Gebäuden hat massive Auswirkungen auf BetreiberInnen und rückt besonders in der schnellen digitalen Entwicklung mehr und mehr in den Fokus. In diesem Beitrag stellen wir deshalb verschiedene Energiestandards von Gebäuden vor. Weiters beleuchten wir einige Eigenschaften und Besonderheiten verschiedener Haus-Typen.

Die Auswirkungen von Energiestandards bei Gebäuden auf die Baubranche sind massiv. Denn wer beim Thema Heiz- und Energiekosten einsparen will, muss sich auf die richtigen Rohstoffe, Technologien und Fachkenntnisse der Unternehmen verlassen, die die Umsetzung erledigen. Hierbei gibt es viele verschiedene Ansätze: von Dämmungsmöglichkeiten der Dächer und Außenwände über die Beheizung mithilfe regenerativer Technologien und Baumethoden bis hin zur Wärmerückgewinnung und die optimierte passive Nutzung der Sonneneinstrahlung.

 

Großes Potenzial ergibt sich dadurch für das Bauwesen, da es hier sehr viele Entwicklungen im Bereich der Technologien und Baumethoden gibt, welche sich auf die Energieeinsparung und den Umweltschutz beziehen und nicht nur in Passivhäusern, sondern auch in konventionellen Neubauten zum Einsatz kommen. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den Arbeitsmarkt, vor allem durch die immer engere Verzahnung mit digitalen Tools. Sehen wir uns demnach einige der verschiedenen Häusertypen an.

Was ist mit einem Niedrigenergiehaus gemeint und wie funktioniert es?

Mit dem Niedrigenergiehaus ist ein Wohngebäude gemeint, welches eine höhere Energieeffizienz aufweist als jene vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Wie der Name bereits ausdrückt, brauchen Niedrigenergiehäuser weniger Energie, da sie sich durch eine moderne Bauweise und eine energiesparende Technik auszeichnen. Bei diesem Haustyp gilt: Je geringer der Wärmeverlust durch die Gebäudefassade oder -hülle ist, umso größer ist die Energieeffizienz. Diese Effizienz führt demnach zu einem verringerten Energiebedarf.

Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist laut dem Passivhausinstitut Darmstadt ein Gebäude, welches einen Energiebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreitet. Durch die Sonnenkraft oder die Abwärme von Bewohnern sowie der technischen Ausstattung wird ein Großteil des Gesamtbedarfs an Heizenergie abgedeckt – deshalb auch der Begriff “passiv”. Auch das hohe Maß an Effizienz bei der Wärmedämmung von Passivhäusern ist ein bedeutendes Merkmal.

Nullenergiehaus – was hat es damit auf sich?

Ein Nullenergiehaus ist eine technische Weiterentwicklung des Passivhauses, da es einige Parallelen in der Wärmedämmung und der -rückgewinnung aufweist. Außerdem deckt ein Nullenergiehaus den aufkommenden Energiebedarf über das Jahr gerechnet völlig selbständig ab.

 

Nullenergiehäuser verfügen über moderne Belüftungsanlagen, die beim Luftaustausch keinerlei Energie verlieren. Andererseits gewinnt es durch den gezielten Einsatz von Solaranlagen oder Geothermalpumpen selbst Energie. Bewohner von Nullenergiehäusern profitieren in jedem Fall von einer relativ geringen Stromrechnung. Zusätzlich fällt im Gegensatz zu anderen Gebäudetypen die CO2-Bilanz neutral aus, da über das Jahr hindurch gesehen gleich viel Energie produziert wie verbraucht wird.

 

Einzig die Bezeichnung “Nullenergiehaus” könnte etwas irreführend sein, da dieser Gebäudetyp abhängig von der Jahreszeit ebenso auf Energie aus externen Quellen angewiesen sein kann.

 

Die nächste Weiterentwicklung von Nullenergiehäusern sind Plusenergiehäuser, welches über das Jahr gesehen mehr Energie benötigt als seine BewohnerInnen benötigen. Auch dieser Typ kann jahreszeitenabhängig externe Quellen für die Energiedeckung benötigen.

Energiebedarfs- und U-Werte der verschiedenen Gebäudetypen

Die Energiestandards von Gebäuden machen sich in vielerlei Werten bemerkbar. Eine entsprechende Tabelle soll hierfür den maximalen Energiebedarf verschiedener Gebäudetypen aufzeigen. Hierbei gilt: Je geringer der Wert ist, desto weniger Energie muss zur Beheizung des Gebäudes aufgewandt werden. Es handelt sich bei den Angaben natürlich als Richtwerte.

 

Energieverbauch der Haus-Typen (Heizenergieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr)

 

Haus-Typ

Energiebedarf in kWh

Plusenergiehaus

= 0 kWh (m²·a)

Nullenergiehaus

= 0 kWh (m²·a)

Passivhaus

≤ 15 kWh (m²·a)

KWF-Effizienzhaus 40

≤ 25 kWh (m²·a)

KWF-Effizienzhaus 55

≤ 35 kWh (m²·a)

KWF-Effizienzhaus 70

≤ 45 kWh (m²·a)

Niedrigenergiehaus

≤ 70 kWh (m²·a)

Standardhaus (Altbau)

≤ 160 kWh (m²·a)

Wohnhaus (nicht saniert)

≤ 300 kWh (m²·a)

 

Eine weitere tabellarische Auflistung zeigt einen U-Wert-Vergleich (Wärmedurchgangskoeffizient) verschiedener Häuser und Bauteile. Je niedriger der Wert, umso besser, denn dadurch entweicht weniger Wärme durch die Teile der Gebäudehülle. Auch diese Daten sind Richtwerte und unterscheiden sich je nach Definition sowie nach Art und Alter der verwendeten Materialien und Teile.

 

U-Wert-Vergleich von Häusern und Bauteilen

 

Haus-Typ

Dach

Außenwände

Bodenplatte

Fenster & Türen

Passivhaus

≤ 0,10 W/(m²·K)

≤ 0,15 W/(m²·K)

≤ 0,12 W/(m²·K)

≤ 0,80 W/(m²·K)

KFW-Effizienzhaus 40

≤ 0,15 W/(m²·K)

≤ 0,15 W/(m²·K)

≤ 0,20 W/(m²·K)

≤ 0,80 W/(m²·K)

KFW-Effizienzhaus 55

≤ 0,17 W/(m²·K)

≤ 0,18 W/(m²·K)

≤ 0,25 W/(m²·K)

≤ 0,90 W/(m²·K)

KFW-Effizienzhaus 70

≤ 0,17 W/(m²·K)

≤ 0,23 W/(m²·K)

≤ 0,25 W/(m²·K)

≤ 0,90 W/(m²·K)

Niedrigenergiehaus

≤ 0,20 W/(m²·K)

≤ 0,25 W/(m²·K)

≤ 0,30 W/(m²·K)

≤ 1,50 W/(m²·K)

Standardhaus

≤ 0,20 W/(m²·K)

≤ 0,28 W/(m²·K)

≤ 0,35 W/(m²·K)

≤ 1,80 W/(m²·K)

Technologien und Bauweisen optimaler nutzen – mit digitalen Lösungen

Facility Manager, Bau- und Projektleiter auf Baustellen und Service-Teams erleben den stetigen Fortschritt in der Baubranche hautnah. Immer umweltfreundlichere und energieeffizientere Konstruktionen werden in Bauprojekten genutzt – verlangen jedoch ein hohes Maß an Digitalisierung, da zahlreiche Gebäude mithilfe von Sensordaten zur stetigen Kontrolle und Verbesserung arbeiten und mit einer zentralen Schnittstelle kommunizieren.

 

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Über KENEXOS®

Mit der 2020 neu gegründeten Kreutzpointner Business Software GmbH (kurz KBS) setzt Kreutzpointner einen bedeutenden Meilenstein in der technischen Entwicklung der gesamten Unternehmensgruppe. Die Kreutzpointner Business Software GmbH konzentriert sich mit eigenständigem Geschäftsmodell auf die speziellen Anforderungen und digitalen Bedürfnisse von Industriekunden. Der operative Start ist im Oktober 2020 erfolgt.

 

Die KBS bietet mit KENEXOS® Unternehmenskunden eine individuell erweiterbare Applikationsplattform mit eigenen Softwareprodukten und ist fokussiert auf die Umsetzung von industriellen Anwendungen. KENEXOS® bietet eine moderne Web-Technologie für den Zugriff über verschiedenste Endgeräte und ermöglicht eine Integration mit vorhandenen Systemen via API-Schnittstelle. Zu den Standardmodulen gehören beispielsweise eine Baustellendokumentation, Aufgaben- und Ticketerfassung, Anlagenverwaltung und -wartung und viele mehr. Die Applikationsplattform steht sowohl für eine Inhouse-Installation  (On-Premise) oder als Cloud-Lösung (SaaS) zur Verfügung.

 

Die Ideen und die technische Basis für die Kreutzpointner Business Software GmbH wurden im Rahmen des unternehmensweiten „Research & Development“-Prozesses in den letzten Jahren erfolgreich entwickelt. Ergänzend zum Geschäftsbereich IT-Systeme rundet die neue Digitaleinheit das große Portfolio von Kreutzpointner ideal ab.